MIT und JU Heinsberg: Rentenkompromiss halten – Lebensleistung anerkennen, junge Generation nicht überfordern

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) und die Junge Union (JU) im Kreis Heinsberg sprechen sich dafür aus, den vereinbarten Rentenkompromiss vollständig umzusetzen. Dazu gehört auch, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren („Rente mit 63“) auslaufen zu lassen. Zugleich müsse sichergestellt bleiben, dass Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können, verlässlich abgesichert werden.

Die Alterssicherungskommission hatte ein Gesamtpaket zur langfristigen Stabilisierung der gesetzlichen Rente vorgelegt. Der Koalitionsausschuss hatte sich darauf verständigt, die Vorschläge vollständig umzusetzen. Nachdem nun einzelne Teile des Kompromisses erneut infrage gestellt werden, warnen MIT und JU Heinsberg davor, das Gesamtpaket wieder aufzuschnüren.

„Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass ein mühsam ausgehandelter Kompromiss auch Bestand hat. In der Alterssicherungskommission haben sich Politik und Wissenschaft auf ein Gesamtpaket verständigt. Wer wenige Wochen später einzelne Bestandteile herausnimmt, gefährdet die Balance der gesamten Reform“, erklären die beiden Vorsitzenden der Kreisvereinigungen, Tim Heinrichs (JU) und Roland Schiefer (MIT).

Dabei betonen MIT und JU ausdrücklich, dass lange Erwerbsbiografien besondere Anerkennung verdienen. Wer früh ins Berufsleben eingestiegen ist und 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, habe einen erheblichen Beitrag zum Wohlstand und zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme geleistet.
„Es geht uns nicht darum, Menschen nach einem langen Arbeitsleben ihre Lebensleistung abzusprechen. Im Gegenteil: Wer über Jahrzehnte gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, verdient unseren Respekt. Gleichzeitig müssen wir ein Rentensystem schaffen, das auch für unsere Kinder und Enkel noch finanzierbar ist. Dauerhaft immer höhere Lasten auf eine kleiner werdende Zahl von Beitragszahlern zu verlagern, kann deshalb keine Lösung sein“, so MIT und JU.

Aus Sicht der Jungen Union ist das Auslaufen der abschlagsfreien Frühverrentung ein wichtiger Baustein für eine generationengerechte Rentenpolitik. Die dadurch entstehenden Milliardenbelastungen würden von heutigen und künftigen Beitrags- und Steuerzahlern getragen. Statt immer neue Lasten im Umlagesystem zu verteilen, müsse Deutschland stärker kapitalgedeckt vorsorgen.
„Wir wollen, dass auch die heute 20-, 30- und 40-Jährigen später auf eine verlässliche Rente bauen können. Deshalb müssen wir jetzt beginnen, eine stärkere Kapitaldeckung aufzubauen. Länder wie Schweden zeigen, dass Umlage und Kapitaldeckung sinnvoll miteinander verbunden werden können“, erklärt die Junge Union.

Für die MIT kommt ein weiteres Problem hinzu: In vielen Betrieben fehlen bereits heute qualifizierte Mitarbeiter. Gerade für mittelständische Unternehmen und das Handwerk sind Erfahrung und Fachwissen älterer Beschäftigter von großer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund seien zusätzliche staatliche Anreize für einen möglichst frühen Ausstieg aus dem Erwerbsleben nicht mehr zeitgemäß.

„Wir erleben auch im Kreis Heinsberg, wie schwierig es für viele Betriebe geworden ist, Fachkräfte zu finden. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren geburtenstarke Jahrgänge den Arbeitsmarkt verlassen. Deshalb sollten wir diejenigen unterstützen, die länger arbeiten können und wollen – statt den vorzeitigen Ausstieg zusätzlich zu fördern“, erklärt die MIT.

MIT und JU sprechen sich deshalb für bessere Bedingungen für längeres und flexibleres Arbeiten aus. Dazu gehören attraktive Zuschläge für den freiwilligen Aufschub der Rente, steuerliche Anreize für Arbeit im Rentenalter, flexible Arbeitszeitmodelle und Teilrenten sowie mehr betriebliche Prävention und Gesundheitsschutz. Mit der Aktivrente hat die Koalition aus CDU, CSU und SPD bereits einen wichtigen Schritt unternommen, um freiwilliges Arbeiten im Rentenalter attraktiver zu machen.

Genauso wichtig sei jedoch die soziale Absicherung derjenigen, die nicht länger arbeiten können. Menschen, die nach jahrzehntelanger körperlicher Arbeit aus gesundheitlichen Gründen die Regelaltersgrenze nicht erreichen können, dürften nicht allein gelassen werden. Die von der Alterssicherungskommission vorgesehenen Ausnahmen und Härtefallregelungen seien deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtpakets.

„Eine gute Rentenreform muss beides zusammenbringen: Respekt vor jahrzehntelanger Arbeit und Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen. Deshalb wollen wir keine Rosinenpickerei, sondern die konsequente Umsetzung des vereinbarten Gesamtpakets“, erklären MIT und JU abschließend.

MIT und JU Heinsberg appellieren daher an Bund und Länder, am Rentenkompromiss festzuhalten. Deutschland brauche eine Alterssicherung, die langfristig finanzierbar bleibt, Arbeit und Lebensleistung anerkennt und gleichzeitig die junge Generation nicht überfordert.
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